Was Betriebe wirklich erleben
Vor ein paar Monaten kam eine Nachricht über unser Kontaktformular – von einem Heizungsbauer aus dem Darmstädter Martinsviertel. Kurze Sache, irgendwie erschöpft formuliert. Er hatte drei Feierabende damit verbracht, seine Website auf Wix zusammenzubauen. Sah gar nicht so schlecht aus: ein echtes Foto von ihm auf der Baustelle, Leistungen übersichtlich aufgelistet, ein Kontaktformular. Er dachte, fertig.
Vier Monate: keine einzige Anfrage über die Website. Kein Anruf. Kein ausgefülltes Formular. Nichts.
Er glaubte zunächst, irgendwas technisch falsch gemacht zu haben. Hat er aber eigentlich nicht. Das Problem saß woanders – und er ist damit nicht allein. Wir reden wöchentlich mit Malern, Sanitärleuten, Elektrikern und Schreinern aus Darmstadt und dem Rhein-Main-Gebiet, die dieselbe Geschichte erzählen. Die Website existiert. Aber sie arbeitet nicht.
Kurze Einordnung: Wir bauen selbst Websites für Betriebe – das sollten Sie beim Lesen wissen. Trotzdem versuchen wir hier fair zu sein. Es gibt Situationen, in denen Wix oder Squarespace wirklich die richtige Wahl ist. Wir sagen Ihnen, welche das sind.
Was Wix und Squarespace wirklich leisten
Beide Plattformen sind in den letzten Jahren erheblich besser geworden – das wäre unfair zu ignorieren. Wer vor acht, zehn Jahren eine Baukasten-Website gesehen hat, weiß noch, wie das ausgesehen hat. Starre Layouts, schwache Typografie, auf dem Handy kaum benutzbar. Das ist vorbei.
Heute kann jemand ohne Designkenntnisse in einem Wochenende eine Website bauen, die auf den ersten Blick professionell wirkt. Squarespace macht dabei optisch mehr her – die Vorlagen sind kohärent, das typografische Fundament solide. Ehrlich gesagt sieht eine ordentliche Squarespace-Seite oft besser aus als das, was viele günstige Agenturen abliefern. Das muss man auch mal sagen.
Wix ist flexibler: Sie können quasi alles an jeder Stelle platzieren. Das ist ein Vorteil für Menschen mit Gestaltungsgefühl. Für alle anderen führt genau diese Freiheit schnell zu Ergebnissen, die man lieber nicht zeigt.
Was beide Systeme unbestreitbar gut können: kein Server-Setup, keine technischen Vorkenntnisse, Domain und Hosting im Paket, grundlegende SEO-Einstellungen wie Meta-Titel und Sitemap sind vorhanden. Für einen bestimmten Zweck reicht das. Die Frage ist, was dieser Zweck ist.
Wo Baukästen an ihre Grenzen stoßen
Das Design ist meistens nicht das Problem
Wenn Handwerker-Websites über Google unsichtbar bleiben, liegt das fast nie am Aussehen. Das Foto des Heizungsbauers war in Ordnung. Das Formular funktionierte. Sogar mobil sah die Seite passabel aus. Das Problem saß im Code – in dem, was Google von außen nicht sieht, aber sehr wohl auswertet.
Warum Baukastenseiten in Google häufig hinten landen
Google bewertet seit 2021 die Core Web Vitals als direkten Rankingfaktor. Die wichtigste Kennzahl: LCP – wie schnell erscheint der sichtbare Hauptinhalt einer Seite auf dem Bildschirm. Das Ziel liegt unter 2,5 Sekunden. Viele Wix-Seiten brauchen 4 bis 6 Sekunden. Das klingt nach einem Detail. Im Ranking macht es einen merklichen Unterschied.
Der Grund ist nicht Unfähigkeit der Plattform – es ist ihr Geschäftsmodell. Wix muss für Millionen unterschiedlicher Kunden funktionieren: mit Onlineshop, Buchungssystem, Animationen, Galerie. Ihr schlichter Handwerker-Auftritt schleppt diesen Code trotzdem mit – ob Sie ihn nutzen oder nicht. Eine individuell entwickelte Website lädt nur das, was Ihre Seite tatsächlich braucht.
Wenn Google nicht weiß, was Sie genau anbieten
Wenn jemand in Darmstadt „Elektriker Notdienst" tippt, schaut Google nicht nur auf den sichtbaren Text Ihrer Website. Es wertet auch strukturierte Daten aus – ein technisches Signal namens LocalBusiness-Schema, das maschinenlesbar definiert: Dieser Betrieb ist Elektriker, er arbeitet in Darmstadt, er ist telefonisch erreichbar, sein Einzugsgebiet umfasst das Rhein-Main-Gebiet.
Dieses Schema lässt sich in Wix und Squarespace nur eingeschränkt korrekt hinterlegen. Ohne es muss Google raten. Und Google rankt Betriebe, bei denen es raten muss, mit deutlich geringerer Begeisterung. Das ist nicht übertrieben – das ist der Mechanismus.
Sie bauen auf einem Fundament, das Ihnen nicht gehört
Wix hat die Preise seit 2020 mehrfach angehoben. Das ist kein Vorwurf – Unternehmen passen Preise an. Aber es ist eine Erinnerung: Ihre gesamte Website, Ihre Texte, Ihre Struktur, Ihr Design liegt in einem System, über das Sie keine Kontrolle haben. Wenn Wix morgen eine Funktion ändert, ein Template abkündigt oder Ihren Tarif umstrukturiert, erfahren Sie das zuerst als Tatsache.
Was eine Webagentur konkret anders macht
Was macht eine Webagentur eigentlich konkret anders? Die Antwort ist weniger glamourös als das Wort „Agentur" klingen lässt.
Eine gute Webagentur baut eine Website, die technisch genau das kann, was Ihr Betrieb braucht – nicht mehr, nicht weniger. Kein unnötiger Code im Hintergrund. Keine Ballast-Bibliotheken, die für andere Kunden der Plattform gebaut wurden. Bilder werden komprimiert und im richtigen Format ausgeliefert. Das LocalBusiness-Schema wird korrekt hinterlegt: Ihre Adresse, Ihr Einzugsgebiet, Ihre Dienstleistungen – sauber maschinenlesbar für Google. Genau das ist auch das Versprechen hinter unserem Webdesign-Angebot.
Wenn Sie eine Seite für „Heizungsinstallation Darmstadt" und eine eigene für „Heizungsnotdienst Rhein-Main" brauchen, werden diese Seiten so aufgebaut, dass Google versteht, in welchem Verhältnis sie zueinander stehen – nicht nur, dass sie existieren. Die interne Verlinkung, die Seitenstruktur, die Keyword-Ausrichtung – das alles wird als System gebaut, nicht als Sammlung einzelner Seiten.
Und dann ist da noch der Inhalt. Ein Text, der für lokales SEO funktioniert, klingt nicht nach Werbung. Er klingt nach jemandem, der die Stadt kennt und die Sprache versteht, in der hier gesucht wird. „Heizungsbauer Darmstadt" oder „Sanitär Notdienst Rhein-Main" sind keine SEO-Tricks – das ist schlicht die Sprache Ihrer Kunden.
Was wir in Darmstadt beobachten: Betriebe, die von einer Baukasten-Seite auf eine professionell entwickelte Website wechseln, berichten häufig nach einigen Monaten von mehr Anfragen über Google. Nicht weil die alte Seite hässlich war – sondern weil sie nie für lokale Sichtbarkeit gebaut wurde. Das ist kein Versprechen, das ist ein Muster.
Die Kostenfrage – ehrlich durchgerechnet
Der häufigste Einwand ist vorhersehbar: „Eine Agentur ist zu teuer." Manchmal stimmt das. Aber oft wird dabei eine unvollständige Rechnung aufgestellt.
Was Wix wirklich kostet
Für Business-Funktionen, die ein Handwerksbetrieb braucht – also vernünftige Formulare, keine Wix-Werbung, eigene Domain – liegt man bei Wix aktuell bei 24 bis 32 Euro pro Monat. In drei Jahren macht das 860 bis 1.150 Euro. Noch nicht drin: die eigene Arbeitszeit für Aufbau, Aktualisierungen und die Stunden, in denen man herausfindet, warum das Kontaktformular jetzt plötzlich anders aussieht.
Handwerkerzeit hat einen Preis. Wer seinen Stundensatz realistisch ansetzt und auch nur zehn Stunden pro Jahr in die Website investiert, kommt über drei Jahre auf weitere 1.800 bis 2.400 Euro. Zusammen also 2.600 bis 3.500 Euro für die Wix-Variante – mit einer Website, die für Google nicht optimiert ist.
Was eine professionelle Website kostet
Eine Agentur-Website für einen Handwerksbetrieb liegt typischerweise einmalig zwischen 1.800 und 4.500 Euro, je nach Umfang und SEO-Tiefe. Hosting kostet danach 30 bis 80 Euro pro Jahr. Auf drei Jahre gerechnet ist das oft günstiger als Wix – aber mit einer Website, die technisch für Google gebaut wurde.
Und dann ist da noch die Gegenseite der Rechnung: Was kostet ein verlorener Auftrag? Ein Heizungstausch liegt bei 3.000 bis 8.000 Euro. Eine Elektriker-Renovierung vielleicht bei 1.500 Euro. Wenn eine bessere Website über zwölf Monate drei zusätzliche Aufträge bringt, ist jeder Preisunterschied mehrfach übertroffen.
Wann ein Baukasten trotzdem Sinn ergibt
Es gibt Situationen, in denen wir Wix oder Squarespace ehrlich empfehlen würden.
Wenn Sie gerade gründen, noch nicht sicher sind, ob das Angebot in der Region ankommt, und kein Budget für mehr als 500 Euro haben: Starten Sie mit einem Baukasten. Eine ordentliche Visitenkarte im Netz ist besser als keine. Aber planen Sie den Wechsel ein, sobald das Geschäft läuft – eine schlanke Variante zum Einstieg findet sich unter Website erstellen lassen.
Wenn Ihre Kunden hauptsächlich über Empfehlungen kommen und Google in Ihrem Geschäftsmodell keine Rolle spielt: Dann brauchen Sie keine SEO-optimierte Website. Squarespace als schicke Online-Visitenkarte – völlig legitim.
Was in keiner dieser Situationen gilt: eine Baukasten-Website aufbauen und dann darauf warten, dass Kunden über Google kommen.
Direkter Vergleich auf einen Blick
| Kriterium | Wix / Squarespace | Webagentur |
|---|---|---|
| Einstiegskosten | Ab ~24 €/Monat (Business) | Einmalig 1.800–4.500 € |
| Ladegeschwindigkeit (LCP) | Oft 4–6 s | Ziel unter 2 s |
| Lokales SEO Darmstadt | Eingeschränkt | Vollständig möglich |
| LocalBusiness-Schema | Kaum korrekt setzbar | Vollständig |
| Design-Individualität | Template-basiert | Vollständig individuell |
| Technische Unabhängigkeit | Plattformgebunden | Code gehört Ihnen |
| Zeitaufwand Aufbau | Selbst, 1–3 Tage | Agentur, 2–6 Wochen |
| Geeignet für aktives Google-Ranking | Bedingt | Ja |
Fazit: Die eine Frage, die alles entscheidet
Am Ende läuft diese Entscheidung auf eine einzige Frage hinaus: Soll Ihre Website aktiv Kunden über Google bringen – oder soll sie einfach irgendwo im Internet existieren?
Wenn das Ziel aktiver Google-Traffic ist, brauchen Sie eine technisch solide, lokal optimierte Website. Ob das über eine Agentur oder in Eigenregie passiert, ist zweitrangig. Aber die Werkzeuge, die dafür gebraucht werden, sind in Baukastensystemen strukturell eingeschränkt – nicht aus bösem Willen, sondern weil die Plattformen für einen anderen Zweck gebaut wurden.
Der Heizungsbauer aus dem Martinsviertel hat sich nach unserem Gespräch für einen Relaunch entschieden. Einige Monate später kamen die ersten organischen Anfragen. Seine Wix-Seite ist offline.
Nicht weil er plötzlich besser in seinem Handwerk geworden wäre. Sondern weil seine Website endlich sichtbar macht, was er schon immer angeboten hat. Das ist der eigentliche Punkt.
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